Jedes Jahr wandert eine mittlere fünfstellige Anzahl an Menschen in die Schweiz aus. Besonders beliebt ist die Schweiz bei gut ausgebildeten Fachkräften wie Medizinerinnen und Medizinern aus Deutschland. Schliesslich winken hier besonders hohe Löhne bei gleichzeitig niedrigen Steuern. Und ganz nebenbei weiss auch die von Bergen und Seen geprägte Landschaft zu überzeugen. Doch worauf muss man achten, wenn man als deutscher/r Arzt/Ärztin in der Schweiz arbeiten will?
Inhalt:
Aufenthaltsgenehmigung
Anerkennung der Ausbildung / Weiterbildung / Titel
Szenarien
Jobsuche
Infos zur Auswanderung
Aufenthaltsgenehmigung: in der Regel kein Problem
Bis zu drei Monaten darf man auch ohne Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz weilen - danach benötigt man zwingend eine Aufenthaltsbewilligung. Für Bürger aus EU-/EFTA-Staaten wie Deutschland ist es dank “Abkommen über die Personenfreizügigkeit (FZA)” relativ leicht, eine solche zu erhalten. Besonders gut ausgebildete Menschen in gefragten Berufen, die eine befristete oder besser noch unbefristete Stelle in der Schweiz vorweisen können, erhalten den “Ausweis B” für fünf Jahre. Im Anschluss daran kann eine dauerhafte Niederlassungsbewilligung beantragt werden.
Folgende Punkte sollten erfüllt sein:
- Fester Wohnsitz in der Schweiz
- Anstellung in der Schweiz oder Plan, eigene Praxis zu eröffnen
- ausreichend finanzielle Mittel (durch Job sichergestellt)
- Nachweis einer Schweizer Krankenversicherung
> Alle Infos zur Aufenthaltsbewilliung in der Schweiz
> Grenzgänger statt Auswandern: alle Infos
Anerkennung der Ausbildung als erster Schritt
Damit man überhaupt einen Job in der Schweiz antreten und sich dann um eine Wohnung und weitere Angelegenheiten kümmern kann, müssen Medizinerinnen und Mediziner ihren Ausbildungsstatus in der Schweiz anerkennen lassen. Auch hier lautet die gute Nachricht: Wer einen Abschuss in Deutschland gemacht hat, braucht sich um die Anerkennung keine Sorgen machen.
Das Wichtigste:
- Das abgeschlossene Medizinstudium (Master / Diplom) wird in der Schweiz als gleichwertig anerkannt.
- Eine Approbation wie in Deutschland gibt es für Ärztinnen und Ärzte nicht. Stattdessen legen Medizinstudenten nach Abschluss ihres Studiums eine eidgenössische Prüfung der (Human)medizin ab, die zur Arbeit als Assistenzarzt berechtigt.
- Weiterbildungstitel / Facharzttitel werden in der Schweiz ebenfalls als gleichwertig anerkannt.
Für die Anerkennung sind das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz sowie die untergeordnete Medizinalberufekommission „MEBEKO“ zuständig:
Bundesamt für Gesundheit BAG
Medizinalberufekommission MEBEKO
Schwarzenburgstrasse 157
CH-3003 Bern
Telefon +41 (0)58 462 94 83
E-Mail: mebeko@bag.admin.ch
> Infos zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse
> Antragsformular - Direkte Anerkennung eines Weiterbildungstitels
> Antragsformular - Direkte Anerkennung eines Diploms
Szenarien
Folgende Szenarien sind möglich, um als Arzt / Ärztin in der Schweiz zu arbeiten:
- erfolgreiches Studium in Deutschland - geplante Facharztweiterbildung in der Schweiz
- bereits erworbener Facharzttitel in Deutschland - Arbeit im Spital oder einer Praxis in der Schweiz
- bereits erworbener Facharzttitel in Deutschland - Eröffnung einer eigenen Praxis in der Schweiz
- absolviertes Medizinstudium in Deutschland - Approbation durch eidgenössische Prüfung der Humanmedizin in der Schweiz
- absolviertes Medizinstudium mit oder ohne Weiterbildung - Arbeit in einem alternativen Bereich (z. B. als Medical Advisor)
Links und Dokumente:
> Infos zum Medizinstudium in der Schweiz
> Infos zur Eidgenössischen Prüfung der Humanmedizin
Jobsuche
Die Jobsuche wird deutlich vereinfacht, wenn der Anerkennungsprozess beim BAG bereits durchlaufen wurde. Dieser dauert etwa einen Monat und schlägt mit Kosten in Höhe von bis zu 1’000 Franken zu Buche.
Die Fachbereiche / Facharzttitel in der Schweiz entsprechen in etwa denen in Deutschland (Chirurgie, Dermatologie, Endokrinologie etc.). Ähnlich, aber nicht vollkommen identisch, sind auch die Hierarchiestufen (z. B. Oberarzt, Chefarzt) im Spital (Krankenhaus / Klinik).
Jobs finden Interessenten zum einen im Internet auf bekannten Jobplattformen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, sich über Personalvermittlungen an eine passende Einrichtung vermitteln zu lassen.
Vorteil: Eine Personalvermittlung verfügt über exzellente Kontakte zu diversen Einrichtungen und kann Vakanzen einsehen, die so gar nicht öffentlich ausgeschrieben wurden. Bei MedicPersonal vermitteln wir Sie nicht nur an eine passende Klinik oder Praxis, sondern unterstützen Sie auch in den Bereichen Versicherung und Steuern. Zuwanderer beraten wir zudem rund ums Thema Aus-/Einwanderung.
Weitere wichtige Aspekte für Zuwanderer
Neben den rein fachlichen Fragen werden im Zuge des Umzugs von Deutschland (oder Österreich) in die Schweiz weitere Fragen zum Leben in der Schweiz auftauchen.
Das Wichtigste:
- Schliessen Sie unbedingt eine Krankenversicherung ab. Die deutsche Krankenkasse reicht nicht aus, wenn man dauerhaft in der Schweiz leben und arbeiten möchte.
- Informieren und kümmern Sie sich um die Altersvorsorge in der Schweiz. Genau wie in Deutschland ist eine private Vorsorge wichtig, um den Lebensstandard im Alter zu halten.
- Versicherungen wie die Berufshaftpflichtversicherung sind für Mediziner im besonders Masse wichtig. Lassen Sie sich am besten kompetent beraten.
- Beachten Sie, dass Sie in den ersten fünf Jahren in der Schweiz eine Quellensteuer zahlen müssen. Die Höhe ist abhängig von ihrem Einkommen sowie dem Kanton.
Hilfreiche Links zu unseren Partnerfirmen und -seiten:
> Infos zum Schweizer Vorsorgesystem
> Infos zum Schweizer Steuersystem
> Auswandern Schweiz: Checkliste
> Quellensteuer Schweiz
> Brutto-Netto-Rechner Schweiz
> Krankenkassenvergleich Schweiz
> Versicherungsberatung
> Vorsorgeberatung
