Das Medizinstudium gilt weltweit als anspruchsvoll und bietet gleichzeitig vielfältige berufliche Möglichkeiten bei hohem Prestige. Die Schweiz geniesst aufgrund der hohen Qualität des Bildungssystems und der ausgezeichneten Reputation im Gesundheitswesen einen besonders guten Ruf. Beliebte Unis sind die Universitäten Basel, Bern, Fribourg, Genf, Lausanne, Neuchâtel und Zürich.
Allgemeine Informationen
Welche Voraussetzungen und Zulassungsbeschränkungen gibt es für ein Medizinstudium in der Schweiz und wie läuft die Bewerbung an einer Uni ab?
Voraussetzungen
- Wer in der Schweiz Medizin (Human-, Zahn-, Veterinärmedizin oder Chiropraktik) studieren möchte, muss über eine abgeschlossene Matura bzw. ein abgeschlossenes Abitur verfügen.
- Obwohl das deutsche Abitur in der Schweiz anerkannt wird, entscheiden die Universitäten eigenständig über die Zulassung.
Zulassung
- Aufgrund der sehr hohen Anzahl an Bewerberinnen und Bewerbern, bei zeitgleich wenigen Studienplätzen, kann es sein, dass, je nach Lage, Zulassungsbeschränkungen mittels eines NC (Numerus Clausus) oder Eignungstests installiert werden.
- Die Eignungstests finden in der Regel nur einmal jährlich statt.
Bewerbung
- Bewerbungen für ein Medizinstudium an einer Schweizer Fakultät erfolgen online über swissuniversities.ch.
- Auf der Seite wird neben einem Merkblatt zu Anmeldung auch ein Zeitplan für das jeweilige Jahr bereitgestellt.
Aufbau des Medizinstudiums
Das Medizinstudium in der Schweiz gliedert sich in zwei Teile: ein Grundstudium sowie ein klinisches Studium. Im Grundstudium werden die grundlegenden medizinischen Kenntnisse in den Bereichen Anatomie, Physiologie und Biochemie vermittelt. Das klinische Studium beinhaltet praktische Erfahrungen in Krankenhäusern und Kliniken sowie klinische Rotationen in verschiedenen Fachgebieten.
Auf dem Weg zur Zulassung zum Arzt bzw. zur Ärztin müssen Studierende folgende Phasen durchlaufen:
1. Bachelor
Das Bachelor-Studium dauert drei Jahre und vermittelt Basiswissen. Ab dem 3. Jahr ist die Einführung in klinische Prozesse vorgesehen. Auch Hausarzt-Praktika fallen in dieses Studium.
2. Master
Der Master-Studiengang dauert ebenfalls 3 Jahre - zusammen sind also mindestens 6 Jahre Studiendauer vorgesehen. Im Master-Studium steht vor allem die klinische Ausbildung im Vordergrund.
3. Wahlstudienjahr
Im Rahmen des Masters ist zudem ein Wahlstudienjahr vorgesehen (etwa 7 - 13 Monate), um die bereits erworbenen Fähigkeiten zu vertiefen und tiefere Einblicke in den Alltag im Spital zu erhalten. Hier “arbeitet” man als Unterassistentin resp. -unterassistent in verschiedenen Einrichtungen.
4. Abschluss & Prüfung
Nach der Masterarbeit legen angehende Mediziner eine eidgenössische Prüfung der Humanmedizin ab. Das Bestehen dieser Prüfung berechtigt dann zur Arbeit als Assistenzarzt in einem Spital oder einer Privatpraxis.
In der Regel folgt nun die Facharztweiterbildung, um später in einer höheren Position tätig sein zu können.
Wichtig: Erst nach der abgeschlossenen Facharztprüfung in einem Fachbereich dürfen Medizinerinnen und Mediziner in der Schweiz eigenverantwortlich Patientinnen und Patienten betreuen. Vorher (als Assistenzarzt) ist dies nur unter Aufsicht “fertig ausgebildeter Ärzte” zulässig.
Kosten und Finanzierung
Die Studiengebühren für das Medizinstudium in der Schweiz können je nach Universität und Studienort variieren. Die Gebühren schwanken zwischen 400 und rund 6’500 CHF pro Semester - an öffentlichen Hochschulen zwischen 400 und 2’000 CHF). Entsprechend liegen die Studiengebühren bei durchschnittlich 1’100 CHF pro Semester (790 CHF) an öffentlichen Einrichtungen. Neben den Studiengebühren müssen Studierende auch Lebenshaltungskosten (beispielsweise Mietkosten) einkalkulieren.
Optionen zur Finanzierung des Studiums:
- Stipendien und Fördermittel
- Studienkredite
- Nebenjobs
- Unterstützung durch die Eltern
- Auslands-Bafög (für ausländische Studierende)
Lesetipp:
Studieren in der Schweiz - alle Infos für Interessierte aus dem Ausland
